Audio-Feedback als Teil einer inklusiven Lernkultur an Hochschulen

„Reading, listening and feeling: audio feedback as a component of an inclusive learning culture at universities“

Wie kann die Vielfalt der Kommunikationsformate an Hochschulen erhält werden? Welche Wege können Lehrende beschreiten, um eine inklusive Lernkultur aufzubauen? Können Feedbacks im Audioformat ein Mosaikstein sein? In einer Untersuchung bin ich diesen Fragen nachgegangen. Dabei interessierte mich vor allem die Frage, wie der Kommunikationskanal hören von den Studierenden aufgenommen wird. Und außerdem natürlich auch, ob sich dadurch für Lehrende eine Arbeitserleichterung ergibt. Die Ergebnisse sind jetzt in „Assessment & Evaluation in Higher Education“ erschienen:

http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02602938.2015.1021664#abstract

Das Abstract gibt es hier im Blog auch auf deutsch:

Das Feedback auf erbrachte Studienleistung ist ein zentraler Teil von Prüfungen an Hochschulen und stellt eine wichtige Grundlage für die individuelle fachliche Weiterentwicklung der Studierenden dar. Verschiedene Hürden beeinträchtigen jedoch effektive Feedbackverfahren. Eine Strategie zur Überwindung dieser Hürden kann die Übermittlung der Feedbacks in Form von Audiodateien (MP3) sein. Um die Möglichkeiten dieses Verfahrens zu prüfen, wurde in der hier vorgestellten Studie 52 Studierenden die Rückmeldung zu einer schriftlichen Leistung sowohl als Audiodatei als auch schriftlich gegeben. Die Teilnehmenden wurden gebeten, beide Feedbackformen in einer Online-Befragung zu bewerten. Die Untersuchung zeigt, dass Audiofeedback von einem Teil der Studierenden besonders gut aufgenommen werden kann, während andere Studierende schriftliches Feedback bevorzugen. Ziel der Studie war es, über die Ebene der simplen Bewertung (besser – schlechter) hinauszukommen und differenziertere Aussagen über Stärken und auch Schwächen von Audiofeedbacks treffen zu können. Alle Studierenden berichten, dass sie das Audiofeedback als persönlicher als das schriftliche Feedback empfinden und sich zugleich besonders gewertschätzt fühlen. Es wird deutlich, dass eine Vielfalt der Kommunikationsformen die unterschiedlichen Bedürfnisse von Studierenden sinnvoll berücksichtigen kann. Als umfassende Lösung der verschiedenen mit Feedback verbundenen Probleme kann das Audiofeedback jedoch nicht gelten.